Mein Weg zwischen Adrenalin und Verantwortung

Fririna (Autobloggerin Irina Lutz) bei der TWB auf einem Blogbeitrag-Teaserbild

Ich werde oft gefragt, warum ich so wenige Beiträge veröffentliche oder warum ich mir so viel Zeit lasse, das Erlebte zu verarbeiten, anstatt meinen Adrenalinrausch direkt und unzensiert in das geschriebene Wort zu verewigen.
Die Antwort darauf ist nicht einfach. Aber sie ist mir wichtig.

Zum einen hängt das damit zusammen, dass viele Themen, die ich eigentlich gerne aufgreifen würde, sich am Ende auf einer gewissen Gratwanderung bewegen, die in unserer Gesellschaft nicht einfach nur erzählt werden kann, sondern hinterfragend verarbeitet werden muss, bevor ich sie überhaupt öffentlich mache.

Gleichzeitig habe ich für mich gelernt, dass auch meine eigene Wahrnehmung von Menschen und Situationen nicht unfehlbar ist und vor einer Aussage eine gewisse Überprüfung braucht. Gerade diese anfängliche Begeisterung nach einem neu angefahrenen Event, einem zunächst interessanten Interviewpartner oder einem Erlebnis, das sich im ersten Moment genau richtig anfühlt, kann trügerisch sein, weil man in diesem Moment oft nur das sieht, was man sehen möchte.

Mit etwas Abstand verändern sich Dinge. Details werden sichtbarer, Eindrücke relativieren sich und genau dieses vorschnelle Handeln – dieses direkte Festhalten eines Moments – kann im Nachhinein in etwas münden, das ich so nicht vertreten möchte.

Ich lebe diese Szene und ich liebe sie, mit all dem, was sie mit sich bringt. Sie ist herzlich, sie ist willkommen heißend und sie gibt mir unglaublich viel, aber sie hat genauso ihre Tiefen und ihre dunklen Seiten, die oft im Hintergrund bleiben und die man nicht einfach ausblenden kann, nur weil sie nicht in ein schönes Gesamtbild passen.

Es gibt viele Geschichten und Geschehnisse, die ich erlebe und die man theoretisch erzählen könnte, die aber aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht teilbar sind. Manches bewegt sich am Rande der Legalität, manches auch deutlich darüber hinaus und auch wenn ich selbst – gerade durch meine mediale Präsenz – sehr darauf bedacht bin, in meinem eigenen Tun und Machen clean in aller Form zu bleiben, heißt das für mich noch lange nicht, dass ich alles, was ich mitbekomme, ungefiltert nach außen tragen sollte.

Denn am Ende geht es nicht nur darum, was ich zeigen kann, sondern auch darum, was ich damit bei anderen auslöse. Ich möchte durch meine eigene Unachtsamkeit kein Unbehagen herbeiführen und niemanden in eine Situation bringen, die er so vielleicht nie öffentlich haben wollte.

Und ja, ich sehe natürlich auch, wie andere damit umgehen. Wie schnell Inhalte rausgehen, wie wenig hinterfragt wird und wie bereit manche Blogger und Influencer sind, für den einen Follower oder den einen View mehr über die Leichen zu gehen und dabei verbrannte Erde zu hinterlassen.

Das ist nicht mein Weg.
Nicht, weil ich es nicht könnte, sondern weil ich es nicht will.

Deshalb lasse ich mir Zeit, deshalb verarbeite ich Dinge und deshalb erscheint hier vielleicht weniger – aber dafür nur das, was ich wirklich vertreten kann und hinter dem ich auch noch stehe, wenn der erste Adrenalinrausch längst vorbei ist.


Titelbild: Ich, aufgenommen von Arnoldas.jpg (Arnoldas Rudzevicius) bei der Tuningworld Bodensee 2025. Vielen Dank dafür!

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